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Sutter zum Achten, Löpfes Birdies und ein Hole-in-one

Thurgauer Senioren-Meisterschaft 2019

Lipperswil. – Aus Schaden wird man klug: Das gilt zweifellos für Richard Löpfe, den neuen und erstmaligen Thurgauer Meister der Golfsenioren. Vor drei Jahren hatte der 66-jährige frühere Informatiker vom GC Erlen schon einmal am Meistertitel geschnuppert, aber im Stechen gegen Bruno Krauer klar verloren. «Damals war ich bereits beim Bier, als ich nochmals auf den Platz musste. Das sollte mir nun nicht mehr passieren.»

 Also wartete Löpfe dieses Jahr mit dem Apéro, bis sein Sieg endgültig feststand und auch kein Stechen mehr nötig wurde. Löpfe aus Schönenberg an der Thur spielt Golf mit einem Handicap von aktuell 8.8. «Ich war schon einmal auf 6, nach einer Rückenoperation fiel ich aber auf 9 zurück», sagt er. Sein Sieg sei überraschend gekommen, umso mehr, als er für die ersten neun Löcher 44 Schläge benötigte, 8 über Par. «Aber auf den Löchern 10 bis 12 gelangen mir dann erstmals im Leben drei Birdies in Folge. Davon konnte ich zehren.» Er spielte die Back-9 in Par und beendete die Runde mit 81 Schlägen, was zum Sieg reichte, zwei Schläge vor Erich Bissegger (GC Lipperswil) und Andreas Roelli (GC Erlen). Das Feld bei den Männern sei so ausgeglichen, dass die Tagesform entschieden habe, kommentierte Löpfe. «Der Leistung von Brigitte Sutter ist deshalb viel höher einzuschätzen.»  

Tatsächlich holte die Spielerin vom GC Lipperswil bereits ihren achten Meistertitel an diesem Anlass, den sie als ihr Lieblingsturnier bezeichnet; weil es so gemütlich und gut organisiert sei und sie auch immer tolle Mitspielerinnen habe. Von 2010 bis 2013 hatte sie den Titel viermal in Folge gewonnen, von 2015 bis 2017 dann dreimal, ehe sie den Sieg im vergangenen Jahr  Nicole Fischer überlassen musste. Sutter benötigte – genau wie Löpfe –  81 Schläge für ihre Runde, doch im Vergleich zum Sieger der Männer unterschied sich ihre Runde deutlich. Für die ersten neun Spielbahnen des «Schwarzebach» brauchte sie gleich acht Schläge weniger als dieser. «Danach dachte ich, das könnte die Runde meines Lebens geben», erzählte sie. Auf dem «Burkert» habe sie dann aber ihren Rhythmus verloren, vor allem auf den Löchern 10, 14 und 16. Ihr Vorsprung war aber bereits so gross, dass ihr Sieg zu keiner Zeit in Gefahr geriet. Ihre Mitspielerinnen Patrizia Imhof und Bettina Cunti (beide GC Erlen), die die Ränge 2 und 3 belegten, distanzierte sie letztlich um sechs beziehungsweise acht Punkte. 

Der Schlag des Tages glückte derweil Willy Bayer, einem Handicap-22-Spieler aus Ottoberg, der am 14. Loch seinen Ball mit dem ersten Versuch aus knapp 100 Metern direkt zum Hole in one einlochte. Für diesen Glücksschuss erhielt er zwar kein Kilo Gold oder einen Sportwagen, wie es bei den Berufsspielern gelegentlich der Fall ist, aber immerhin eine Flasche Champagner. Die Senioren-Meisterschaft findet alternierend in den Golfclubs Erlen und Lipperswil statt, 2020 ist am 4. Juni wieder Erlen an der Reihe.  (rst)